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Léonie, Fachfrau Gesundheit

Léonie

Im Alter von 20 Jahren hat Léonie Thiery bereits viel Erfahrung in der Welt der Pflege. Sie wählte diesen Beruf sehr früh, nämlich bereits mit 15 Jahren. Der Grund war einfach: für andere da sein. Heute ist sie überzeugt, dass bereits eine kleine Geste den Tag eines Patienten verändern kann.

Eine sehr frühe Berufung

Léonie begann ihre Lehre mit 15 Jahren in der inneren Medizin. Innerhalb von drei Jahren entdeckte sie den Beruf, lernte die Grundlagen kennen und verstand, was es wirklich bedeutet, zu anderen Sorge zu tragen.

Als ich meine Arbeit als Poolmitarbeiterin in der Klinik Saint-Amé aufnahm, gefiel mir sofort das Klima. Das Team hielt fest zusammen und ich schätzte die Arbeit mit den älteren Menschen sehr.

Ein Tag in der Nähe der Patienten

Der Arbeitstag beginnt sehr früh. Der Morgen ist oft der Grundversorgung und der Hygiene gewidmet. Anschliessend folgt den ganzen Tag lang die Betreuung der Patientinnen und Patienten: ihnen bei der Fortbewegung helfen, sie für die Therapien vorbereiten, ihnen das Tagesprogramm erklären.

Léonie arbeitet immer im Binom mit einer Pflegefachfrau. Gemeinsam organisieren sie ihren Vormittag: Sie besprechen, wer mit welchem Patienten beginnt, welche Versorgung durchgeführt werden muss, usw.

Die Pflegefachpersonen haben viel administrative Arbeit. Als FaGe ist man deshalb sehr oft bei den Patienten. Man baut wirklich eine Beziehung zu ihnen auf.»

Sie misst die Vitalparameter, bereitet den Eintritt der Patientinnen und Patienten vor, hilft ihnen beim Bezug des Zimmers, erklärt die Arbeitsweise der Abteilung. Und vor allem steht sie zur Verfügung, wenn die Patientinnen und Patienten klingeln. Manchmal geht es einfach nur darum, dass sie sprechen möchten.

Oft sind die Patienten sehr ängstlich. Es tut ihnen gut, wenn man da ist und ihnen zuhört. Manche Personen haben nicht mehr viele Familienangehörige. Manchmal sind wir die einzigen Anwesenden.»

Prägende Geschichten

Gewisse Begegnungen bleiben haften.

Léonie erinnert sich an eine Patientin am Lebensende. Seit zwei Wochen spürte das Team, dass der Moment des Todes nahte. Eines Tages besuchte sie eine Freundin aus Frankreich. Kurz nach ihrer Ankunft starb die Patientin. «Wir hatten wirklich den Eindruck, dass sie auf ihre Freundin wartete.»

Es gab auch diesen Mann ohne Familie, der ins Spital eingeliefert wurde, nachdem man ihn alkoholisiert und einsam in seinem Auto gefunden hatte. «Mit der Zeit kannte das Team seine Vorlieben: sehr heisser Kaffee, vorgewärmte Tasse, genau zwei Zucker und ein Apfelsaft zum Mittagessen», erzählt Léonie lächelnd. Diese Geschichten erinnern uns daran, dass hinter jedem Patienten ein ganzes Leben steht.

Von denen lernen, die viel erlebt haben

Im Alter von 20 Jahren bietet die Arbeit mit älteren Menschen eine besondere Perspektive. Die Patienten erzählen manchmal von ihrer Vergangenheit: ein vom Krieg geprägtes Leben, Reisen um die ganze Welt oder komplizierte Familiengeschichten.

Alle haben eine unglaubliche Geschichte. Manchmal sagen sie mir: “Sie sind ungefähr so alt, wie meine Enkelin.” Und manchmal ist es ihnen peinlich, dass ich mich um sie kümmere, da ich noch so jung bin. Aber ich sage ihnen immer: Ich bin für Sie da.

Die Intensität auf der Notfallstation

Léonie liebt den Kontakt mit den älteren Menschen. Aber sie behält auch ihre Zeit in der Notfallstation in guter Erinnerung.

Dort kann man sehr viel lernen. Man arbeitet mit den Ärzten zusammen und befasst sich mit sehr interessanten Situationen.»

Sie erinnert sich an einen Patienten, der nach einem Unfall in den Bergen mit dem Helikopter ins Spital geflogen wurde. Im Schockraum bereiteten sich rund zehn Fachpersonen auf ihre Intervention vor.

Alle sind bereit, um einzugreifen, falls der Patient einen Herzstillstand erleiden sollte. Und du musst dich voll auf deine Arbeit konzentrieren. Man spürt, dass jeder Handgriff zählt.

Eine Herzensarbeit

Bei ihrer Arbeit in der Pflege spürt Léonie, dass ihre Aufgabe wichtig ist. Der Beruf verlangt Geduld, Mitgefühl und viel Menschlichkeit.

Aber genau das ist es, was sie motiviert.

Wenn man sieht, dass eine kleine Geste oder eine kurze Anwesenheit einem Patienten guttun, lohnt sich alles.

Francesca Genini-Ongaro

Kommunikationsspezialist

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