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Crans-Montana: Rehabilitation mit unentbehrlichen Fachpersonen im Hintergrund

Im Spital Wallis betreuen die Ergotherapeutinnen und -therapeuten des medizinisch-therapeutischen Bereichs jedes Jahr zahlreiche Patienten, damit sie ihre Autonomie wiedererlangen und ihre Alltagstätigkeiten wieder aufnehmen können. Ein wichtiger Beruf, der in der Öffentlichkeit noch relativ unbekannt ist. Nach der Tragödie von Crans-Montana war der Einsatz dieser Fachpersonen besonders bemerkenswert. Angesichts der Einlieferung zahlreicher Patienten mit zum Teil schweren Brandverletzungen mobilisierten sich die Teams der Abteilung ambulante ergotherapeutische Handtherapie und passten ihre Organisation tiefgreifend an, um alle betroffenen Personen individuell zu begleiten.
Diese Betreuung erfolgt im Rahmen der Abteilung für plastische Handchirurgie unter der Leitung des Chefarztes Dr. Nicolas Balagué, die auch mehrere Personen mit Brandverletzungen chirurgisch versorgt hat.

Verbrennungen: eine langwierige und hochspezialisierte Betreuung

Gewisse Verletzungen erfordern eine besonders spezialisierte Betreuung. Das ist auch bei Verbrennungen der Fall. Die Patienten profitieren von einer frühzeitigen ergotherapeutischen und physiotherapeutischen Behandlung durch Therapeutinnen und Therapeuten, die spezifisch für diese Art von Verletzungen ausgebildet sind. Die ambulante Betreuung wird mit der Abteilung für plastische Handchirurgie koordiniert, so dass eine optimale Kontinuität zwischen den chirurgischen Eingriffen und der Rehabilitation gewährleistet ist.

Die Rehabilitation nach einer Verbrennung ist langwierig und kann sich auf zwei bis drei Jahre erstrecken. Die ersten Wochen sind mit mehreren Sitzungen pro Woche besonders intensiv. Anschliessend erfolgen regelmässige Behandlungen zur Betreuung der Vernarbung und zum Erhalt der Mobilität. 

In einem Jahr versorgen die Teams normalerweise durchschnittlich rund fünfzehn Patienten mit Verbrennungen. Allein im Januar wurden jedoch 14 Patienten von Crans-Montana hospitalisiert. Das entspricht der Anzahl Patienten, die üblicherweise während eines ganzen Jahres behandelt werden. Gegenwärtig stellen die Teams ausserdem die langfristige ambulante Behandlung von rund zehn Patienten mit Verbrennungen sicher. Täglich wird auch eine Betreuung zu Hause angeboten. Sie umfasst Haltungsübungen, Hautpflege sowie das Anlegen und Entfernen von Kompressionsverbänden. 

© Jean-Baptiste Morel / La Liberté

In gewissen Situationen werden an die Versorgung besonders hohe Ansprüche gestellt. So kann eine Ergotherapiesitzung länger als eine Stunde dauern. Ein Grossteil dieser Sitzung besteht dabei aus technisch anspruchsvollen Interventionen: Entfernen von Verbänden, gründliche Reinigung der betroffenen Zonen, Anwendung von Cremes, streifenweises Anlegen von Kompressionsverbänden. Dazu kommen die Mobilisierung der Haut, die Arbeit an der Haltung sowie die Herstellung von individuell angepassten Schienen.

Diese Behandlungen sind für eine optimale Vernarbung entscheidend. Sie erfordern Zeit, Präzision und viel Erfahrung.

Die Versorgung von Verbrennungen beruht auf präzisen und sich ergänzenden Techniken:

• Kompressen, um die Verdickung der Narben zu verhindern und die Mobilität zu erhalten
• individuell angepasste, oft während der Nacht getragene Schienen, um die wichtigen Positionen zu erhalten
• Haltungsübungen, um die Haut zu «dehnen» und ein Zusammenziehen zu verhindern
• Einsatz oder Anpassung von Hilfsmitteln, um alltägliche Handlungen zu erleichtern (zum Beispiel Benutzung eines Mobiltelefons oder einer Gabel)
• Mobilisierung der transplantierten Haut, um Verklebungen zu begrenzen

© Jean-Baptiste Morel / La Liberté

Diese Arbeit ist unentbehrlich: Ohne diese Behandlung kann die Vernarbung zu Steifheit oder Gelenkverformungen führen, welche die alltäglichen Tätigkeiten dauerhaft einschränken.

© Jean-Baptiste Morel / La Liberté

Eine ausserordentliche Mobilisierung nach der Tragödie von Crans-Montana

Die Tragödie von Crans-Montana führte dazu, dass zahlreiche Patienten mit Verbrennungen von bis zu 20 % der Körperoberfläche gleichzeitig versorgt werden mussten. Diese ungewöhnliche Situation erforderte die unmittelbare und koordiniere Mobilisierung sämtlicher Teams.

Die Ergotherapeutinnen und -therapeuten passten ihre Arbeitszeiten an und erhöhten teilweise ihr Arbeitspensum, um die zusätzliche Arbeit zu bewältigen. Ärzte, Pflegefachpersonen und Therapeuten passten ihre Organisation an, um eine rasche und durchgehende Versorgung zu gewährleisten.

Diese Reaktivität ermöglichte einen frühzeitigen Behandlungsbeginn. Es handelt sich um einen entscheidenden Faktor für den Erfolg der Transplantationen und die funktionelle Erholung.

In diesem Zusammenhang profitiert jeder Patient von einer rigorosen und präzis geplanten Betreuung. Diese Anforderung, kombiniert mit dem Einsatz der Teams, ermöglichte trotz des immensen Drucks die Sicherstellung einer optimalen Versorgungsqualität.

Nach einem Vorfall wie demjenigen in Crans-Montana werden die Patienten oft mit schweren Verletzungen eingeliefert. Die Ungewissheit ist gross. Wir passten unsere Organisation an und verstärkten unseren Personalbestand, um rasch zu intervenieren und alle Patienten in ihrer Erholungsphase möglichst optimal zu betreuen. Entsprechend leisteten die spezifisch für die Versorgung von Patienten mit Verbrennungen ausgebildeten Teams viele zusätzliche Arbeitsstunden. Heute ist die Belastung immer noch sehr hoch. Es wird jedoch alles unternommen, um allen Patienten eine optimale Betreuung zu garantieren», erläutert Myriam de Ieso, Ergotherapeutin im Spital Siders.

Abgesehen von der technischen Versorgung bieten die Teams auch eine unentbehrliche menschliche Unterstützung an. Auf die Patienten und auf die Bevölkerung der Region hat diese Tragödie nämlich bedeutende emotionale Auswirkungen.

Ein diskreter, aber unentbehrlicher Beruf

Die Ergotherapie ist in der Öffentlichkeit noch relativ unbekannt. Dabei spielt sie im Behandlungspfad eine zentrale Rolle. Gesundwerden heisst nämlich nicht nur genesen: Es heisst auch, wieder zu seinen Gewohnheiten zu finden, seine Tätigkeiten aufzunehmen und seinen Alltag zu meistern.

Hinter jedem noch so kleinen, aber für den Patienten wichtigen Fortschritt steht eine geduldige, präzise und zutiefst menschliche Arbeit.

«Es sind die kleinen Fortschritte, die uns motivieren. Wenn ein Patient wieder allein eine Geste ausführen kann, die er für unmöglich hielt, ist das nicht nur für ihn, sondern auch für uns ein wahrer Sieg», betont Mathilde Guettier.

Im Spital Wallis tragen diese Fachpersonen jeden Tag zu einer besseren Lebensqualität der Patienten bei. Ihr Einsatz wird bei ausserordentlichen Ereignissen wie demjenigen von Crans-Montana besonders sichtbar und zeigt die unentbehrliche Rolle der Ergotherapie bei der Rehabilitation der Patienten.

Das Ergotherapieteam des Spitals Siders

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Jessica Salamin

Kommunikationsmitarbeiterin – Spezialisiert auf soziale Medien

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