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Der Ambulanzdienst des Spital Wallis an der Tour de Romandie

«Wenn im Blickfeld der Kameras aus der ganzen Welt Tadej Pogačar Ihr Patient sein könnte, besteht vor allem seitens der Medien natürlich ein gewisser Druck», gibt Marc Solioz, stellvertretender Leiter des Ambulanzdienstes des Spital Wallis, zu. Er stellte während der letzten Tour de Romandie vom 28. April bis 3. Mai 2026 die tägliche Präsenz von drei Ambulanzen mit ihren Teams sicher.

Eine Rettungssanitäterin und drei Rettungssanitäter umringen einen Mann in Weiss auf einer Strasse zwischen Schatten und Sonnenschein. Im Hintergrund ist ein Krankenwagen zu erkennen.
Einsatzbesprechung des Tour-Arztes beim Start in Martigny. Im Vordergrund links Julien Sierro, der den ersten der drei Ambulanzwagen fahren wird.

«Wenn ihm mit seinem Wert von acht Millionen etwas zustossen sollte, würden wir ihm natürlich helfen», scherzte in Martinach Julien Sierro, Leiter der Basis Siders und am Steuer der ersten Ambulanz während der ganzen Rennwoche.«Aber das ändert nichts an der Versorgung, die für alle Personen identisch ist. Und gegebenenfalls arbeiten wir mit dem Arzt der Tour de Romandie und den Ärzten der Teams zusammen.» Marc Solioz bestätigt: «Es hat schon eine gewisse Bedeutung, wenn man sich um bekannte Sportler kümmert. Aber wir sind das gewohnt, da wir auch schon zum Beispiel an den Ski-Weltcuprennen in Crans-Montana im Einsatz standen.»

Zwei Stürze von Rennfahrern und ein verletzter Zuschauer

Für den Rettungsdienst verlief die Woche der Tour de Romandie 2026 eher ruhig. «Zwei Stürze, darunter der Sturz von Carlos Rodrigues in der Abfahrt vom Jaunpass», erzählt Julien Sierro.«Aber wir mussten nicht intervenieren. Die Rennfahrer stiegen rasch wieder auf ihr Velo und fuhren weiter …» …»

Blick ins Innere des Krankenwagens durch die vordere Windschutzscheibe. Man sieht zahlreiche Zuschauer, die sich drängen entlang der Absperrungen.
Ein Menschenauflauf, auch für die Fahrzeuge der Tour.

Allerdings mussten die Walliser Rettungssanitäter einem Zuschauer helfen, der dem Hauptfeld zu nahe kam und von einem Rennfahrer erfasst wurde. «Wir sind zwar in erster Linie für das Rennen da, aber wir intervenieren auch in solchen Situationen, bis die üblichen Rettungsdienste eintreffen.»

Geregeltes, aber sportliches Fahren …

Während dieser Woche gab es auf den Westschweizer Strassen also nicht unbedingt medizinische Probleme. Aber der Verkehr der Karawane war trotzdem ganz speziell. Eine klar geregelte Kolonne in einer besonderen Welt.«Die Fahrer müssen einen obligatorischen Kurs des Internationalen Radsportverbands absolvieren, wenn sie in der Karawane mitfahren wollen. Man kann sich auch nicht richtig darauf einstellen. Bereits in der ersten Etappe wurden wir in Martinach ins kalte Wasser geworfen. Es war speziell, aber wir gewöhnten uns daran. Und wenn man endlich weiss, wie es geht, sind die sechs Tage schon vorbei», erzählt Julien Sierro mit einem Lächeln.

Auch wenn von aussen gesehen in der Kolonne eine gewisse Anarchie zu herrschen scheint, ist der Platz in der Karawane klar definiert: Die erste Ambulanz fährt «im Schatten» des Tourarztes, dessen Fahrzeug sich direkt hinter denjenigen der Sportdirektoren befindet. Die beiden anderen Ambulanzen fahren vor dem Besenwagen.

Blick durch die Windschutzscheibe des Krankenwagens. Man erkennt den Fahrer auf der linken Seite. Mehrere Autos mit Fahrrädern auf dem Dach fahren vor dem Krankenwagen auf einer Straße die umgeben von Bäumen.
Die Fahrer müssen einen Kurs des Internationalen Radsportverbandes absolvieren, um in der Begleitkolonne mitfahren zu dürfen.

Die drei «Piloten» betreuten den gesamten Tross der Tour de Romandie. Ich spreche hier von Piloten, weil sie zum Beispiel von La Rasse, zwischen Saint-Maurice und Evionnaz, nur zwei Minuten und dreissig Sekunden bis zur Talebene zur Verfügung hatten oder die Abfahrt von Ovronnaz in der Geschwindigkeit der Radrennfahrer absolvieren mussten. Sie wurden jeden Tag von verschiedenen Kolleginnen und Kollegen begleitet. Der Ambulanzdienst des Spital Wallis stellte neben den drei Fahrzeugen nämlich jeden Tag sechs Rettungssanitäterinnen und -sanitäter zur Verfügung.

Zwei Krankenwagen fahren hintereinander auf einem Betondamm, links davon verläuft ein Kanal. Rechts ist der Fluss zu erahnen.
Der erste Ambulanzwagen folgt dem Auto des Rennarztes, während die beiden anderen vor dem Besenwagen herfahren, hier an der Rhône-Biegung zwischen Fully und Dorénaz.

Ein zusätzliches Angebot für das Rennen

«Die Schwierigkeit dieser Organisation bestand darin, dass wir kein Ambulanzfahrzeug, das der Waliser Bevölkerung üblicherweise zur Verfügung steht, einsetzen konnten», erklärt Marc Solioz. «Es waren also nicht drei Ambulanzfahrzeuge weniger, sondern drei mehr, was eine grosse Herausforderung darstellte». Julien Pürro, Leiter der Basis Martinach-Sembrancher und Verantwortlicher für die ganze Vorbereitung sowie die operative Koordination während der Tour de Romandie, stellte sich dieser Herausforderung.

Rechts: Ein Krankenwagen ist gerade unter dem Zielbogen hindurchgefahren. Er fährt vor zwei Begleitfahrzeugen, die auf der linken Bildseite zu sehen sind.
Überquerung der Ziellinie in Martigny.

Dank einer engen Zusammenarbeit mit Air Glaciers, GRIMM und Chris Medical Services konnte er seinen Auftrag ausführen. Die Rückmeldungen der Organisatoren der Tour de Romandie waren zudem sehr positiv. «Eine schöne Erfahrung ohne Zwischenfälle», betont Julien Sierro.

«Die Kommissare teilten den Fahrern bei Bedarf nämlich auch Gelbe Karten aus. Die Ambulanzfahrer mussten allerdings keine Gelben Karten einstecken.»

Vorbildlich, auch am Steuer.

Joakim Faiss

Journalist – Fachredakteur für Kommunikation

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