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Eine Mutter erzählt: «Das EMIM hat das Leben meines Sohnes verändert.»

Als ihr Sohn im Jugendalter die Diagnose des Asperger-Syndroms erhielt, wusste Sarah*, dass der Weg schwierig und voller Hindernisse sein würde. Aber sie war nicht auf einen solchen Absturz in den folgenden Jahren vorbereitet: eine schlechte Bekanntschaft, Konsum verschiedener Substanzen, wiederholte Spitalaufenthalte und ein jahrelanger Kampf, um ihren Sohn zu begleiten, Lösungen zu finden und ihn zu schützen.

«Er ist ein wunderbarer Mensch», erzählt sie voller Emotionen. «Ein grosser junger Mann, äusserst intelligent und sehr sensibel. Aber er verfügt nicht über die sozialen Codes. Er muss geschützt werden»,

erklärt Sarah, die Mutter von Luca*, der zu Hause vom mobilen Team für Interventionen im heimischen Milieu (EMIM), dem Pool für Psychiatrie und Psychotherapie des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis, betreut wird. 

Lange fühlte sich Sarah trotz des guten Willens der verschiedenen Instanzen, die intervenierten, ohnmächtig. Psychiater, Beistandschaft, Sozialarbeiter/innen, Ärzte, Vereine: Alle wollten helfen, aber dem Netz fehlte die Koordination.

Ich hatte das Gefühl, dass alles auf meinen Schultern lastete und ich zudem noch einen gewissen Abstand gewinnen musste.

Nach vielen Jahren mit Spitalaufenthalten, Leben im Heim und einigen kurzen Aufenthalten zu Hause konnte Luca, der jetzt volljährig ist, vor Kurzem mit der Betreuung des Netzes in eine eigene Wohnung einziehen.

Nach einigen Monaten hatte ich das Gefühl, dass die Beistandschaft nicht genügte. Ich spürte, dass er ohne Motivation und ohne geeignete Betreuung wieder rückfällig werden könnte. Ich teilte meine Sorgen mit dem Netz.

Und zu Beginn des Jahres zeichnete sich eine Alternative ab: das mobile Team für Interventionen im heimischen Milieu (EMIM).

Dadurch hat sich alles verändert. Das Team hat Luca ernst genommen, ihm zugehört, seinen Leidensdruck anerkannt und begonnen, sich mit einfachen, aber wichtigen Dingen zu befassen: mit seinen körperlichen Schmerzen. Um diese Unterstützung hatte ich schon lange gebeten.

Allmählich konnte ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufgebaut werden.

«Die Pflegefachfrau und der Arzt pflegten eine menschliche und respektvolle Beziehung. Auch ich fand wieder meinen Platz: nicht nur als Mutter, sondern auch als vollwertige Partnerin.»

Da Luca das Telefon nicht benutzen kann, ist der Austausch mit ihrem Sohn kompliziert. Jede Woche hält sie das EMIM jedoch per E-Mail auf dem Laufenden. Scheinbar ein Detail, das jedoch alles verändert.

«Dank des EMIM kann ich jetzt ruhig schlafen. Luca fordert seine Autonomie ein, aber gleichzeitig hat er verstanden, wie wichtig die Zusammenarbeit für sein Gleichgewicht ist. Das EMIM ist präsent, wirkt aber nie aufdringlich. Meinem Sohn sichert es Würde und Integrität zu und mir ermöglicht es eine gewisse Ruhe.»

Für Sarah wirkt sich diese Intervention nicht nur auf ihren Sohn aus:

«Die ganze Familie fühlt sich besser. Das EMIM hat die Beziehungen zwischen allen intervenierenden Instanzen wieder hergestellt und uns einander nähergebracht. Das Team hat eine ausserordentliche Arbeit geleistet.»

In solchen entscheidenden Momenten – Übergang, Rehabilitation, Reintegration – befinden sich die Familien oft in einer Situation, in der eine wirklich angepasste Struktur fehlt. Hier wird das EMIM zu einem wertvollen Vermittler. Es bietet eine Betreuung zu Hause an, unterstützt die Rückkehr zu einem stabileren Leben und sichert Würde und Anerkennung zu.

Es ist ein Wunder, erzählt Sarah abschliessend. Ich habe das Gefühl, dass ich einen Teil meiner Verantwortung abgeben konnte. Ich bin erleichtert. Und wenn ich anderen Familien einen Rat geben kann: Sprechen Sie darüber, holen Sie sich Hilfe. Fachpersonen, Vereine, Angehörige, … es gibt immer jemand, der Ihnen die Hand entgegenstreckt.

Mobiles Team für Interventionen im heimischen Milieu (EMIM)

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Kantonale Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden

* Die Vornamen sind geändert, die Personen sind der Redaktion bekannt. Die Anonymität des Patienten und seiner Mutter wurde für die Veröffentlichung dieses Textes gewahrt.

Célia Clavien

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