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Migräne: verstehen, erkennen und frühzeitig handeln

Migraine

Migräne wird oft als einfacher Kopfschmerz wahrgenommen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine eigenständige neurologische Erkrankung, die den Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Wer die Migräne besser versteht, kann sie besser erkennen – und vor allem schneller handeln.
Erklärungen von Maria Khoueiry, leitende Oberärztin der Neurologie am Spital Wallis, Standort Sitten.

Charakteristische Symptome

Im Gegensatz zu gewöhnlichen Kopfschmerzen weist die Migräne häufig typische Merkmale auf. Die Schmerzen setzen meist schrittweise ein, manchmal über mehrere Dutzend Minuten hinweg, und können pulsierend sowie mittelstark bis stark sein. Oft betreffen sie nur eine Kopfseite, können aber auch beidseitig auftreten. Häufig gehen sie mit Licht- oder Lärmempfindlichkeit, Übelkeit oder sogar Erbrechen einher. Körperliche Anstrengung oder alltägliche Aktivitäten verstärken die Beschwerden oft. Bei manchen Betroffenen werden die Anfälle von vorübergehenden neurologischen Symptomen begleitet, der sogenannten Aura.

Das Erkennen dieser Anzeichen ist entscheidend, da dadurch schneller eine geeignete Behandlung eingeleitet werden kann.

Dr. Maria Khoueiry, Stv. Oberärztin der Neurologie, Spital Sitten

Enge Verbindung zu Hormonen

Migräne betrifft Frauen häufiger als Männer. Dieser Unterschied ist vor allem auf hormonelle Schwankungen zurückzuführen, insbesondere auf Veränderungen des Östrogenspiegels.

Gegen Ende des Menstruationszyklus sinkt der Östrogenspiegel rasch ab. Dieser Abfall kann Migräneanfälle auslösen, typischerweise:

  • ein bis zwei Tage vor der Menstruation
  • während der ersten Tage der Monatsblutung

Diese sogenannten menstruellen Migränen sind häufig und oft vorhersehbar.

Eine Ursache, die weiterhin erforscht wird

Lange Zeit ging man davon aus, dass Migräne durch eine Erweiterung der Blutgefässe im Gehirn verursacht wird. Diese Theorie wurde inzwischen weiterentwickelt.

Heute wird Migräne als neurologische Erkrankung verstanden, bei der das Gehirn und die Schmerzverarbeitung besonders empfindlich reagieren. Während eines Anfalls werden bestimmte Nervennetzwerke überaktiv, insbesondere jene, die Schmerzreize und Sinneseindrücke wie Licht, Geräusche oder Gerüche verarbeiten. Faktoren wie Stress, Schlafmangel, hormonelle Veränderungen oder bestimmte Nahrungsmittel sind nicht die eigentliche Ursache der Migräne, können jedoch bei entsprechend veranlagten Personen als Auslöser wirken.

Wiederkehrende Anfälle

Ein Migräneanfall kann mehrere Stunden oder sogar länger andauern. Nicht selten tritt wenige Tage später erneut ein Anfall auf. Diese Rückfälle stehen nicht immer in direktem Zusammenhang, tragen jedoch zur Gesamtbelastung durch die Erkrankung bei.

Werden die Anfälle häufiger, kann dies die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Wirksame Behandlungen – mit Bedacht einsetzen

Des traitements existent et peuvent soulager efficacement les crises, en particulier les triptans. Toutefois, leur utilisation doit rester Es stehen verschiedene wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, insbesondere Triptane. Ihre Anwendung sollte jedoch kontrolliert erfolgen.

Wichtige Empfehlungen:

  • nicht mehr als zwei Einnahmen pro Tag
  • nicht an mehr als zehn Tagen pro Monat anwenden

Werden Akutmedikamente zu häufig eingesetzt, können sie paradoxerweise selbst Kopfschmerzen verursachen oder verstärken. Fachleute sprechen dann von medikamenteninduzierten Kopfschmerzen. Dadurch kann ein Teufelskreis entstehen: Die Anfälle treten häufiger auf, die Medikamente scheinen weniger wirksam zu sein, und die Betroffenen greifen noch öfter darauf zurück.

Und während der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft sind die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkter. Paracetamol gilt in der Regel als Mittel der ersten Wahl. Bei schweren oder unzureichend kontrollierten Anfällen kann in bestimmten Situationen und nach ärztlicher Beurteilung auch Sumatriptan als Zweitlinientherapie in Betracht gezogen werden.

Frühzeitig ärztlichen Rat einholen

Eines wird deutlich: Migräne sollte nicht verharmlost werden.

Werden die Anfälle häufiger, stärker oder unterscheiden sie sich von den bisherigen Beschwerden, ist eine ärztliche Abklärung empfehlenswert. Eine frühzeitige Behandlung ermöglicht eine gezielte Therapie und kann dazu beitragen, die Entwicklung einer chronischen Migräne zu verhindern.

Nach mehreren Jahren mit häufigen Migräneanfällen sprechen die verfügbaren Behandlungen nämlich oft weniger gut an.

Das Wichtigste auf einen Blick

Migräne ist eine komplexe Erkrankung, die heute deutlich besser verstanden wird als früher. Sie sollte nicht ignoriert werden – insbesondere dann nicht, wenn sie regelmässig auftritt oder stark belastet. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung kann den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Neurologie – Spital Wallis

Jessica Salamin

Kommunikationsmitarbeiterin – Spezialisiert auf soziale Medien

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