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Eine vielversprechende Partnerschaft für die Eltern von frühgeborenen Kindern

néonatologie bébé

In der Schweiz kommen jedes Jahr rund 6 000 Kinder vor dem Geburtstermin zur Welt. Das entspricht ungefähr 7 % aller Geburten.

Für ihre Familien ist die ungeplante frühe Geburt mit viel Angst, medizinischer Ungewissheit und einem Gefühl von Isolation verbunden. Um diese Eltern besser begleiten zu können, arbeitet die Abteilung Neonatologie des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis (CHVR) künftig mit dem Verein Né Trop Tôt zusammen. Seit über zwanzig Jahren unterstützt dieser Verein die Familien von frühgeborenen Kindern und/oder von Babys, die nach der Geburt in der Neonatologie hospitalisiert werden.

Unterstützung durch Personen mit derselben Erfahrung

Das Hauptziel des Vereins Né Trop Tôt ist die Unterstützung und Begleitung von Familien mit frühgeborenen Kindern und/oder Babys, die nach der Geburt in der Neonatologie hospitalisiert werden.

Laurent Nguyen

«Unser Ansatz beruht auf der Unterstützung durch Personen, welche dieselbe Erfahrung gemacht haben. Unsere Freiwilligen, welche die Familien mit einem Baby in der Neonatologie betreuen, sind Eltern, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Das nennt man Erfahrungswissen

«Wir bieten den Familien eine wohlwollende und wertungsfreie Präsenz, Zuhörbereitschaft und einen Erfahrungsaustausch an. Wir sprechen nicht nur mit den Familien, sondern auch mit den Gesundheitsfachpersonen. Eine Frühgeburt kann nämlich für Eltern, Kinder und Gesundheitsfachpersonen zu einem traumatischen Erlebnis werden. Wir arbeiten eng mit den Pflegeteams der Spitäler zusammen, um den Familien in dieser aussergewöhnlichen Übergangszeit die bestmögliche Begleitung anzubieten», erklärt Laurent Nguyen, allgemeiner Koordinator des Vereins.

Patricia Hennet
Patricia Hennet

«Nichts ersetzt die Worte von Personen, die dasselbe erlebt haben. Ihre Begleitung bietet in dieser sehr schwierigen Zeit Trost, Mitgefühl und eine emotionale Verankerung», betont Patricia Hennet, Pflegeverantwortliche des Pädiatrie-Pools.

«Als unsere Tochter zu früh auf die Welt kam, waren wir hilflos. Die Gespräche mit Eltern, die dasselbe erlebt hatten, gab uns Hoffnung und das Gefühl, nicht allein zu sein. Diese Unterstützung war ebenso wertvoll wie die medizinische Versorgung», erzählen Alain und Barbara, die Eltern der kleinen Zoé, die in der 35. Woche im Spital Sitten zur Welt kam.

Konkrete Initiativen für die Familien

Gleichzeitig verteilt der Verein Material, das spezifisch auf die Bedürfnisse der frühgeborenen Babys und ihrer Eltern zugeschnitten ist: Kleider in besonders kleinen Grössen, Mützen, Decken, Beissringe, zwei Herzen, welche die Beziehung und die Verbundenheit fördern können, sowie eine Tasche mit Informationen von Vereinen, mit denen Né Trop Tôt zusammenarbeitet.

Mit jeder Geste wird versucht, eine Umgebung zu schaffen, in der sich die Familien unterstützt und gleichzeitig in den Pflegeverlauf eingebunden fühlen.

Eine nationale Aktion in einem grösseren Netzwerk

Mit dieser Partnerschaft reiht sich das Spital Wallis in eine grössere Bewegung ein: Immer mehr medizinische Institutionen versuchen, technische Innovation mit emotionaler Unterstützung zu verbinden. Mehrere Studien zeigen, dass der aktive Einbezug der Eltern, kombiniert mit einem psychosozialen Ansatz, nicht nur zum Wohlbefinden der Familien, sondern auch zur Entwicklung der frühgeborenen Kinder beiträgt. 

Den Frühgeborenen Sichtbarkeit verschaffen

Der Verein Né Trop Tôt setzt sich ebenfalls für eine verstärkte Sensibilisierung der Öffentlichkeit ein. Er plant, mit Veranstaltungen und online am Weltfrühgeborenentag vom 17. November teilzunehmen.

«Indem wir den Frühgeborenen und der Neonatologie Sichtbarkeit verschaffen, möchten wir dazu beitragen, dass sich alle Eltern weniger allein und besser verstanden fühlen. Wenn man über die Neonatologie spricht, kann man auch diese Struktur bekannter machen, die Umgebung sensibilisieren und längerfristig die Gesellschaft dazu einladen, ihre sozialen Strukturen anzupassen, um die betroffenen Familien besser zu unterstützen», betont Laurent Nguyen, Koordinator des Vereins.

Beginn einer Dynamik

Das Projekt steht erst am Anfang, aber es zeugt vom gemeinsamen Willen: eine globale Betreuung aufbauen, die den Rahmen des Spitals übersteigt. In den nächsten Etappen sollen diese Aktionen schrittweise in den Alltag der Abteilung Neonatologie des CHVR integriert werden. Die Betreuung der Familien dient dabei als roter Faden. Ein zutiefst menschlicher und sinnvoller Ansatz.

Weltfrühgeborenentag im Spital Sitten – Montag, 17. November, von 14 bis 17 Uhr
Montag, 17. November
von 13 Uhr bis 17 Uhr
📍 In der Eingangshalle des Spitals von Sion

Entdecken Sie die Abteilung, treffen Sie sich mit den Teams und erfahren Sie mehr über die Versorgung der frühgeborenen Kinder und/oder der nach der Geburt in der Neonatologie hospitalisierten Babys. 


Mehr zu diesem Thema : Im Zentrum der Neonatologie: ein Kampf ums Leben

Francesca Genini-Ongaro

Collaboratrice spécialisée en communication

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