Medizin & Pflege

Ein innovativer Ansatz für eine bessere Erholung der Patientinnen in der Gynäkologie

Uterusfibrome, Endometriose, gynäkologische Krebserkrankungen, usw. sowie verschiedene gutartige gynäkologische Erkrankungen können Schmerzen oder Blutungen verursachen, welche die Lebensqualität einer Frau beeinträchtigen. Neben mehreren anderen möglichen Behandlungen wird in der Abteilung Gynäkologie des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis seit einigen Monaten ein neuer Ansatz praktiziert: die endoskopische transluminale Hysterektomie über den vaginalen Weg gemäss dem sogenannten «vNOTES-Verfahren». Diese Technik bietet sowohl den Patientinnen als auch den Chirurgen erhebliche Vorteile.

Was ist eine Hysterektomie?

Bei der Hysterektomie handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, der darauf abzielt, die inneren Fortpflanzungsorgane (Gebärmutter mit oder ohne Adnexe wie Eierstöcke und Eileiter) ganz oder teilweise zu entfernen. Eine Hysterektomie ist indiziert bei Frauen mit Myomen, Endometriose, Genitalprolaps, Uterus- oder Ovarialkarzinomen oder bei anhaltenden vaginalen Blutungen trotz anderer, weniger aggressiver Behandlungen.
Dieser Eingriff kann auf verschiedene Art und Weise durchgeführt werden (abdominal/offen, mittels Laparoskopie, roboterassistiert, vaginal und jetzt auch mittels vNOTES). Er muss vertieft mit der Patientin diskutiert werden, da der Eingriff eine Unfruchtbarkeit bewirken kann.

Die Hysterektomie mittels vNOTES: eine weniger invasive Technik

Ursprünglich wurde die Hysterektomie mittels eines offenen Eingriffs durchgeführt, der bei der Patientin in der Bauchgegend eine Narbe hinterliess. Der Eingriff war für die Patientin oft sehr schmerzhaft. Zudem bestanden die Risiken einer Infektion und eines grossen Blutverlustes. Ausserdem war die Erholungszeit mit 4 bis 6 Wochen relativ lang. Gegenwärtig werden die meisten Hysterektomien mittels klassischer Laparoskopie (3 bis 4 kleine Schnitte von 5 bis 10 mm in der Bauchwand) oder vollständig vaginal durchgeführt.

Das vNOTES-Verfahren ist weniger invasiv und hinterlässt in der Bauchgegend keine Narben. Dabei werden die chirurgischen Instrumente auf natürlichem Weg (vaginal) eingeführt. Zur besseren Visualisierung und Präzision wird in die Peritonealhöhle Gas (Kohlendioxid) eingeleitet.

Dieser innovative Operationsansatz zwischen der klassischen Laparoskopie und der rein vaginalen Hysterektomie vereint die Vorteile der beiden gängigen Techniken sowohl für die Patientin als auch für den Chirurgen.

Für die Patientin:

  • Keine Narben
  • Weniger Schmerzen
  • Bessere Erholung
  • Kürzerer stationärer Aufenthalt
  • Weniger Schmerzmittel

Für den Chirurgen:

  • Bessere Visualisierung und Kontrolle des chirurgischen Eingriffs
  • Komfort und Maximierung des Arbeitsbereichs
  • Kürzere Operationsdauer
  • Optimale Ergonomie für den Chirurgen, die Assistenten und die Instrumentisten

Eine im Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis praktizierte Technik

Seit Juli 2020 wird dieser Eingriff Patientinnen mit entsprechenden gynäkologischen Erkrankungen angeboten.

Bis heute sind von Prof. Daniela Emanuela Huber und Dr. Colin Simonson, die beide für diese Praxis ausgebildet wurden, im Spitalzentrum  des französischsprachigen Wallis bereits mehr als zehn Eingriffe durchgeführt worden.

«In der Abteilung Gynäkologie sind wir gegenwärtig zwei Ärzte, die diesen Eingriff durchführen. Das Ziel besteht in der Ausbildung weiterer Ärzte, damit diese in naher Zukunft den Eingriff ebenfalls durchführen können», präzisiert Prof. Daniela Emanuela Huber, Chefärztin der Abteilung Gynäkologie-Geburtshilfe im Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis.

Termine: 027 603 85 22
Kontakt: Prof. Daniela Emanuela Huber, Chefärztin Abteilung Gynäkologie-Geburtshilfe CHVR, 027 603 87 87, DanielaEmanuela.Huber@hopitalvs.ch

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Über den Autor/die Autorin

Francesca Genini-Ongaro

Collaboratrice spécialisée en communication

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