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Diabetes: eine Krankheit, die sich im Stillen entwickelt. Vielleicht auch bei Ihnen?

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Rund 25’000 Walliserinnen und Walliser haben Diabetes, doch schätzungsweise weiss ein Drittel davon gar nicht, dass er/sie betroffen ist. Unbehandelt kann die Krankheit im Laufe der Zeit Komplikationen auslösen. Oftmals lassen sich Betroffene erst dann untersuchen, wenn solche Komplikationen auftreten. Durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung könnte man aber den Symptomen rechtzeitig entgegenwirken. «Viele wissen gar nicht, dass sie Diabetiker sind, und lassen sich erst untersuchen, wenn sie Beschwerden haben und die Krankheit bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat», so Dr. Isabelle Hagon-Traub, Chefärztin der Diabetologie/Endokrinologie im Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis (CHVR).

Diabetes – was ist das?

Diabetes ist eine chronische Krankheit, bei welcher der Zuckergehalt des Blutes – der sogenannte Blutzuckerspiegel – erhöht ist (> 7mmol/l nüchtern). Dies geschieht, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produziert oder wenn der Organismus das körpereigene Insulin nicht richtig verarbeitet. Insulin ist ein wichtiges Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Es gibt hauptsächlich drei Arten von Diabetes:

  • Typ 1: tritt meist im Jugendalter auf
  • Typ 2: häufigste Form (rund 90% der Fälle)
  • Gestationsdiabetes: kann im Verlaufe der Schwangerschaft auftreten

Welche Komplikationen verursacht Diabetes häufig?

Diabetes kann vielfältige Komplikationen hervorrufen. Jährliche Untersuchungen sind bei Diabetikern daher wichtig. Zu den häufigsten Komplikationen gehören:

  • Nierenprobleme (Nephropathie): Diabetes kann die kleinen Nierengefässe schädigen. Dies führt zu einer Niereninsuffizienz. Um sicherzugehen, sollten sowohl das Blut als auch der Urin einmal pro Jahr untersucht werden.
  • Augenprobleme (Retinopathie): Der Zuckerüberschuss im Blut kann die feinen Blutgefässe der Netzhaut schädigen. Oft sieht man aber trotzdem gut und merkt gar nichts davon. Daher sollte man einmal pro Jahr zum Augenarzt, um eine sogenannte Funduskopie zu machen. Auf diese Weise können beginnende Netzhauterkrankungen frühzeitig erkannt werden.
  • Nervliche Probleme (Neuropathie): Manchmal kommt es zu einem Sensibilitätsverlust an den Füssen. Weil man zuerst oft nichts merkt, können schwerwiegende Komplikationen auftreten, z.B. grössere Wunden, die zu spät entdeckt werden und schlimmstenfalls eine Amputation notwendig machen.
  • Gefässprobleme (Arteriopathie): Diabetes kann Probleme in den grossen Blutbahnen verursachen. Dadurch kann es zu einem Herzinfarkt, einem Hirnschlag oder zu Durchblutungsstörungen in den Beinen kommen.

«Besteht bei mir ein Risiko?»

Diabetes entwickelt sich im Stillen. Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, kann man sie sachgerecht behandeln. Ziel ist es, dass es gar nicht erst zu Komplikationen kommt.

Um abzuklären, ob Sie Risikopatient oder Risikopatientin sind, können Sie sich im September 2021 testen lassen. «Aktion Diabetes» lanciert nämlich zusammen mit verschiedenen Partnern kantonsweit eine Sensibilisierungs- und Früherkennungskampagne. Das Team der Diabetologie des CHVR nimmt ebenfalls daran teil.

Am Dienstag, 31. August, können Sie sich von 13.30 bis 16.30 Uhr ohne Voranmeldung an einem Stand auf dem Parking vor dem Eingang des Spitals Sitten gratis testen lassen. Zudem erhalten Sie hier Informationen und Ratschläge (die COVID-Massnahmen werden eingehalten). «Aktion Diabetes» kommt mit dem Stand auch ins Oberwallis. Alle Daten finden Sie auf dieser Seite.

Was kann man tun, um Diabetes vorzubeugen?

Das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, kann durch ein paar einfache Anpassungen des Lebensstils vermindert werden:

  • Gewicht unter Kontrolle behalten
  • Sich häufig und regelmässig bewegen
  • Sich ausgewogen ernähren und auf ein gesundes Trinkverhalten achten (Alkoholkonsum reduzieren und gezuckerte Getränke meiden)
  • Nicht rauchen

Diabetes-Sprechstunden im Spital Brig

Für Diabetes-Betroffene im Oberwallis: Diagnose, Begleitung, Behandlung, Informationen und Anleitungen. Im Oberwallis ist Frau Dr. Elisabeth Schäfer in Zusammenarbeit mit Prof. Peter Diem für die Diabetes-Patienten zuständig. Die Patienten können sich unter der zentralen Telefonnummer 027 604 21 77 melden.

Wie erhalte ich einen Termin?

Reden Sie mit Ihrem Hausarzt. Dieser wird Sie bei Bedarf an die Diabetologie des Spital Wallis verweisen (Telefonnummer siehe oben).

Über den Autor/die Autorin

Jessica Salamin

Collaboratrice communication - Spécialisée médias sociaux