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Krebs: immer mehr Überlebende, aber auch immer mehr Erkrankte

Krebs ist weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Im Verlaufe unseres Lebens werden wir alle irgendwann mit dem Thema Krebs konfrontiert, sei es als Direktbetroffene(r) oder im Familien- oder Freundeskreis. In der Schweiz sterben jährlich rund 16’000 Menschen an Krebs, davon ca. 9’000 Männer und 7’000 Frauen. Dies entspricht fast einem Drittel aller Todesfälle bei den Männern und einem Viertel der Todesfälle bei den Frauen (Schweizerischer Krebsbericht 2015 – BFS).

Statistiken

Gemäss dem Walliser Gesundheitsobservatorium beträgt die Wahrscheinlichkeit, bis zum 80. Lebensjahr an Krebs zu erkranken (alle Krebsarten zusammen betrachtet), im Wallis bei den Männern 40% und bei den Frauen 30%.
Laut Dr. Sandro Anchisi, Chefarzt der Onkologie im Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis, ist die Sterberate der Krebspatienten im Wallis seit 1994 gesunken, nämlich um durchschnittlich 15% bei den Frauen und 23% bei den Männern. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Anzahl der Krebsfälle insgesamt steigt, denn es gibt immer mehr und immer ältere Menschen. Im Jahr 2017 zählte man im Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis (CHVR) rund 20’000 ambulante Krebsbehandlungen und ca. 850 neue Krebspatienten.

Krebs – was ist das?

Dr. Sandro Anchisi erklärt, dass «Krebs» der Oberbegriff für eine ganze Gruppe von Krankheiten ist, die alle Körperregionen betreffen können. Es gibt über 200 Krebsarten. Oft hört man von «bösartigen Tumoren». Bei Krebs vermehren sich bestimmte Zellen unkontrolliert und dringen in umliegendes Gewebe und Organe ein. Manchmal kann der Krebs «streuen». Dann nisten sich die Krebszellen als sogenannte Metastasen auch in weiter entfernten Körperregionen ein.

Wie kann man Krebs vorbeugen?

Das Team der Onkologie des Spitals Sitten gibt folgende Ratschläge, um das Krebsrisiko aktiv zu verringern:
Aufhören zu rauchen. Rauchen ist die häufigste Ursache für Krebs.
Alkoholkonsum reduzieren. Empfohlen sind maximal 2 Gläser pro Tag für Frauen und 3 Gläser für Männer.
Regelmässig körperliche Betätigung. Sport hat eine schützende und präventive Wirkung.
Auf die Ernährung achten. Sogenannte «trans-Fettsäuren» können Krebs begünstigen. Mehr Früchte, Gemüse und Getreide essen.
Sich gegen die Sonne schützen (Crème mit hohem Schutzfaktor, UVA- und UVB-Schutz, sich nicht zwischen 12.00 und 16.00 Uhr in die Sonne legen).
Gemäss Krebsliga kann das Krebsrisiko durch einen gesunden Lebensstil um 30-40% verringert werden.
Auch dank der immer besseren Prävention, Früherkennung und Behandlung kann man Krebs heute gezielter bekämpfen.

Netzwerk ResOnco für wohnortsnahe Betreuung von Krebspatienten

Dank dem Projekt ResOnco, das von Dr. Sandro Anchisi und Marie-Christine Hug, Pflegekoordinatorin der Onkologie am Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis, ins Leben gerufen wurde, müssen die im Mittelwallis wohnhaften Patientinnen und Patienten nicht mehr für jede Behandlung ins Spital. Während der 2-jährigen Entwicklungsphase konnte man auf die grosszügige finanzielle Unterstützung der Stiftung «Fond’Action contre le cancer» zählen.

Das innovative Projekt ResOnco, bei dem die Patienten selber bestimmen, wo und von wem sie betreut werden möchten, erhielt im Jahr 2017 gleich zwei Preise: einerseits den Förderpreis der Onkologiepflege Schweiz (1. Rang) und anderseits den 1. Preis des von der Walliser Ärtzgesellschaft und pharmawallis organisierten Wettbewerbs „Interprofessionalität Gesundheit Wallis“.

Sind Sie an diesem Thema interessiert? Dann lesen Sie ebenfalls „ONCOREHAvs – Orientierungshilfe und Begleitung nach der Krebsbehandlung

Über den Autor/die Autorin

Jessica Salamin

Collaboratrice communication - Spécialisée médias sociaux

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